Kinderboom für Freiberg

Geburtenboom in Freiberg – Studie der TU Chemnitz geht diesem Phänomen auf den Grund

Der demografische Wandel ist in Deutschland allgegenwärtig: Die Bevölkerungszahl geht zurück, gleichzeitig aber steigt der Altersdurchschnitt. Wo andere Städte gegen diesen Strukturwandel zu kämpfen haben, fällt die Universitätsstadt Freiberg mit einem Geburtenboom regelrecht aus der Reihe. Denn unsere Stadt verzeichnet seit 2006 eine Geburtenrate, die mittlerweile sowohl über dem sächsischen als auch über dem Bundesdurchschnitt liegt. Im Jahr 2012 weist Freiberg 9,87 Geburten pro 1.000 Einwohner auf, wobei der deutsche Durchschnitt auf nur 8,36 Geburten kommt. So wurden beispielsweise 2011 in unserer Stadt 377 Kinder geboren. Im darauf folgenden Jahr waren es sogar 400, und für 2014 wird dies noch darüber hinausgehen.

 

kinderboom fgWissenschaftler der Technischen Universität Chemnitz haben diesen Freiberger Geburtenboom im Rahmen einer Studie untersucht.

So fanden sie heraus, dass die Geburten der letzten Jahre in Freiberg überwiegend auf Zuwachs in Familien mit höherem Bildungsgrad und höherem Einkommen zurückzuführen sind. Zuwanderung scheint dabei ebenfalls eine entscheidende Rolle zu spielen. Das attraktive Job-Angebot der Freiberger Unternehmen in den letzten Jahren hätte dies bewirkt, stellen die Chemnitzer Forscher in ihrer Zusammenfassung der Studie fest.

Dass Freiberg dem demografischen Wandel trotzt, darüber freue ich mich besonders, denn wir finden hier sowohl beste Lebens- als auch Arbeitsbedingungen vor. Daraus ist der Schluss zu ziehen, dass die Einwohner der Stadt zufrieden sind, sich gleichzeitig viele Familien hier niederlassen und dementsprechend überdurchschnittlich viele Kinder geboren werden.

Aufgrund des Geburtenbooms mussten umfassende Vorkehrungen getroffen werden. Freiberg hat vorgesorgt und ich blicke zuversichtlich in die Zukunft. Wir haben auf den positiven Trend der überdurchschnittlich hohen Geburtenrate rechtzeitig reagiert. Schon vor Jahren wurden vorausschauend entsprechende Maßnahmen in die Wege geleitet. So sind beispielsweise mehr Kita-Plätze geschaffen sowie Schulen saniert und erweitert worden. Insgesamt 136,7 Millionen Euro hat die Universitätsstadt in den Jahren 2008 bis 2013 für die Verbesserung der Infrastruktur investiert, davon rund 67 Millionen Eigenmittel. Verglichen mit Städten ähnlicher Größe, sind das mit rund 600 Euro pro Einwohner in etwa drei Mal so hohe Ausgaben pro Kopf. Und: Freiberg wird bis 2019 noch einmal rund zehn Millionen für den Nachwuchs einsetzen, u.a. für den Neubau der Agricola-Grundschule.

Sollten sich die Prognosen für die Geburtenentwicklung weiterhin bestätigen, so ist Freiberg mit seinen derzeit 569 Krippenplätzen gut gewappnet, von denen allein 233 seit 2009 neu geschaffen wurden. Weitere 118 kommen zwar bis nächstes Jahr noch hinzu, aber bereits jetzt hat unsere Universitätsstadt Freiberg bewiesen, dass der demografische Wandel nicht die Regel sein muss und geht als ein sehr gutes Beispiel, dieser Entwicklung zu trotzen, anderen Städten voran.