Lebendige Stadt

Lebendige Stadt

Freiberg ist eine attraktive Kleinstadt. Sie könnte aber noch mehr Gäste und natürlich die Freiberger selbst anziehen.

Freiberg ist ein Phänomen. Die Stadt hat weltweit einen Namen, dass hier die erste montanwissenschaftliche Hochschule der Welt die Wissenschaft voranbringt und der Solarpionier Solarworld produziert,  wissen viele Menschen. Aber verhältnismäßig wenige sagen: Ja, wir waren da und es war wunderbar! Woran liegt das?

Freiberg hat enorm viel zu bieten. Wir sind Bergstadt, Universitätsstadt und Solarstadt, haben einen Dom, die Mineralienausstellung Terra mineralia und das erste sächsische Stadttheater, hier lebten der Dichter Novalis und der russische Gelehrte Lomonossow, es gibt Freiberger Hasen und Freiberger Eierschecke. Aber offenbar vermarkten wir unsere Schätze nicht emotional genug oder wir gehen nicht intensiv genug auf neue Trends ein.

So sind einzelne Sehenswürdigkeiten nur noch selten ein Anlass für einen Städtetrip. Immer stärker möchten Gäste die Stadt als ein Gesamterlebnis – Kunst, Kultur, Shopping, Übernachtung, kulinarische Genüsse. Dabei haben wir unsere Möglichkeiten noch lange nicht ausgeschöpft und müssen interessante Touristen-Pakete schnüren. Bislang punktet die Innenstadt mir einem vielfältigen inhabergeführten Einzelhandel. Doch die demografische Entwicklung macht sich auch hier bemerkbar: Wird kein Nachfolger gefunden, schließen sich die Ladentüren für immer. Das muss nicht sein, wenn Händler oder Existenzgründer im Handel in den besonders betroffenen Gebieten gefördert werden.

Natürlich müssen wir wissen, wie es unseren Gästen gefällt und was sie wünschen. Hierbei sollte uns die Bergakademie unterstützen. Außerdem braucht die Stadt eine zentrale Stadt-Information, die die Angebote von Tourismus, Hotels, Stadt und Bergbaumuseum, Dom und Theater bündelt. Das ist heutzutage Standard in Tourismus-Regionen. Und noch etwas ganz wichtiges sind die Öffnungszeiten. Am Samstag haben Freiberger und Wochenendtouristen Zeit und Muse zum Bummeln. Deshalb müssen die Geschäfte hier länger als bisher öffnen -und im Innenstadtbereich gleiche Öffnungszeiten führen. Als Vater von drei Kindern denke ich auch an ein Kinderbetreuungsprogramm – Die Kleinen haben Spaß beim Toben und die Eltern beim Shoppen.

Viele unserer Gäste sind Geschäftsleute, die oftmals nur eine Nacht hier bleiben. Wir müssen sie mit ihren Familien und viele weitere Touristen zu uns locken, sie zum Schwärmen bringen – und zum Wiederkommen.