Stadt der Generationen

Kennen Sie Lesepaten? Das sind Freiberger – zumeist im Ruhestand – die Schülerinnen und Schüler ganz unkonventionell beim Lesenlernen unterstützen. Sie lesen selbst aus Büchern oder Zeitungen oder lassen sich vorlesen. Sie helfen so mit, dass Kinder das Lesen lernen. Es ist eine kleine Geste im Alltag und zeigt doch sehr stark das Miteinander von Jüngeren und Älteren in unserer Stadt. Während des Arbeitslebens diktieren Familie und Beruf den Tagesablauf. Man würde sich gerne gesellschaftlich einbringen, aber es fehlt die Zeit. Im Ruhestand ist Zeit vorhanden und ich freue mich über die zahlreichen Unruheständler der Stadt, die jetzt und künftig ihre Erfahrungen weitergeben.
Lesepaten sind nur ein Beispiel. Die demografische Entwicklung ist allerdings ein großes Thema und auch wir spüren erste Auswirkungen des Bevölkerungsrückgangs und einer älter werdenden Gesellschaft. Dabei bekommt das Ehrenamt eine noch größere Bedeutung, weil wir ansonsten viele gewohnte Standards nicht halten können.

Meine Vision ist eine generationengerechte Stadt. Wir müssen uns Gedanken darüber machen, wie die jüngsten Freiberger in Kindertagesstätten und Schulen betreut werden und später hier einen Beruf erlernen können. Wir müssen jetzt dafür sorgen, dass ihre Eltern gute Jobs haben und die Freiberger in attraktiven und bezahlbaren Wohnungen oder Häusern leben können. Die Gestaltung von Kultur- und Freizeitangeboten ist genauso wichtig wie gute wohnortnahe Einkaufsmöglichkeiten. Durch meine Tätigkeit im Aufsichtsrat der Seniorenheime Freiberg gGmbH und natürlich durch meine privaten Kontakte kenne ich die Bedürfnisse unserer älteren Generation. Dabei deckt eine qualitativ hochwertige Betreuung in den Seniorenheimen nur einen kleinen Teil ab. Viele unserer Senioren möchten ihr Leben zu Hause in ihrem gewohnten Umfeld verbringen, in ihrer vertrauten Umgebung, in ihrem Stadtteil, ihrer eigenen Wohnung.

Um dies zu gewährleisten, werde ich mich weiter einsetzen für:

  • den Erhalt von Seniorenbegegnungsstätten wie beispielsweise das Mehrgenerationenhaus „Buntes Haus“
  • die Unterstützung von Familienzentren wie die des Kinderschutzbundes Freiberg
  • die Schaffung altersgerechter Wohnmodelle
  • attraktive Kultur- und Sporteinrichtungen für Seniorinnen und Senioren
  • den Erhalt einer flächendeckenden Nahversorgung, die auch ohne Auto erreichbar sein muss
  • ausreichend Gesundheits- und Pflegeeinrichtungen in Wohnortnähe
  • die Berücksichtigung der Generationeninteressen bei der Gestaltung von öffentlichen Einrichtungen, Straßen und Plätzen
  • bedürfnisgerechte Angebote des öffentlichen Personennahverkehrs

Mich begeistert dabei immer wieder die ehrenamtliche Tätigkeit als Senioren- und Alltagsbegleiter, die durch die Seniorenbegegnungsstätten organisiert werden. Hier möchte ich nur als Beispiele das Mehrgenerationenhaus „Buntes Haus“ (http://bunteshaus-freiberg.de/16-alltagsbegleiter.html) oder das Freiberger Familienbündnis (http://freiberger-familienbuendnis.de/index.html) erwähnen, die dafür sorgen, dass der Alltag einfacher gemacht wird und durch ihre Angebote ein Miteinander der Generationen zu fördern.
Noch nicht in Freiberg, aber bereits erfolgreich in einigen anderen Städten ist die Taschengeldbörse. Jugendliche erledigen dabei beispielsweise Gartenarbeit, gehen einkaufen oder mit dem Hund spazieren. Hier profitieren Jung und Alt voneinander durch Kooperation und gegenseitige Unterstützung. Das wird auch für unsere Stadt ein Gewinn sein!

Ein weiteres Projekt ist die Nachbarschaftshilfe, initiiert vom Sächsischen Staatsministerium für Soziales. Nachbarschaftshelfer betreuen dabei Pflegebedürftige und helfen so mit, dass diese Menschen so lange wie möglich in der eigenen Häuslichkeit bleiben können und die Angehörigen entlastet werden. Auch hier können sich viele Freiberger einbringen.
Wir dürfen schon jetzt stolz sein auf das Erreichte, haben aber noch viele anspruchsvolle und natürlich auch schöne Aufgaben vor uns. Ich will dazu beitragen, dass sich in Freiberg auch in Zukunft alle Generationen zuhause fühlen.

Dafür bitte ich am 07. Juni 2015 um Ihre Stimme und Ihr Vertrauen.