Unser Theater als kulturelles Zentrum

Unser Theater als Zentrum der Kulturstadt Freiberg

Der „Sunset Boulevard“ in Freiberg? Ja – mitten im Herzen der Bergstadt! Es ist allerdings keine Shopping- und Vergnügungsmeile wie in Hollywood, sondern genau so wie „Pique Dame“ oder „Der Vogelhändler“ Premierenstück der aktuellen Spielsaison am Mittelsächsischen Theater. Mit seinen Spielstätten in Freiberg, Döbeln und der Seebühne Kriebstein ist es seit Jahrhunderten ein wesentlicher Bestandteil der sächsischen Kulturlandschaft. Ich möchte mir nicht vorstellen, wie unsere Stadt ohne das Theater aussehen würde, denn es gehört zu einem lebendigen Freiberg ebenso dazu wie die Bergbaugeschichte, der Dom und die historische Altstadt. Unsere schöne Stadt wäre deutlich ärmer und das könnte ich nicht akzeptieren! Ein hochwertiges Kulturangebot gehört einfach zu solch einer Stadt wie Freiberg – aber es muss für die Bürger bezahlbar sein. Genau wie Döbeln bekennen sich auch Freiberg und der Landkreis Mittelsachsen zu ihrem Theater. Mit eigenen Beiträgen in Millionenhöhe haben sie –  neben den Fördergeldern des Kulturraumes Erzgebirge/Mittelsachsen – den Spielbetrieb abgesichert. Glauben Sie mir: Die Finanzierung ist immer wieder ein Kraftakt.

Um zu sparen, verzichten die Künstler des Mittelsächsischen Theaters längst durch Haustarifverträge auf Teile ihres Lohnes. Doch das reicht nicht. Denn die Kosten für den laufenden Theater- und Konzertbetrieb steigen. Tariferhöhungen betreffen nicht nur die Künstler, sondern auch externe Dienstleistungen wie etwa Reinigung, Wachschutz, Wartung baulicher Anlagen oder Feuerwehr. Außerdem steigen die Kosten für Wasser, Abwasser, Heizung, Energie. Allein die Personalausgaben in Höhe von etwa acht Millionen Euro bedeuten bei Tariferhöhungen von zwei Prozent eine Kostensteigerung von 160.000 Euro jährlich.

Das Theater braucht daher dringend eine ausreichende und verlässliche Finanzierung, damit wir alle auch weiterhin ein vielfältiges Kulturangebot erleben können. Hier sind wir aber auch selbst gefordert, uns dafür einzusetzen, denn unser Theater muss es uns wert sein. Es geht nicht mehr um kleinere Korrekturen an dieser oder jener Stelle, sondern es geht darum, ob wir wollen, dass unser Theater neben seiner langen Tradition auch eine Zukunft hat. Ich bin davon überzeugt, dass das Ringen um ein tragfähiges finanzielles Konzept erfolgreich sein wird. Dafür werde ich mich auch künftig einsetzen.

Neben dem Theater gibt es in der Stadt noch weitere vielfältige und interessante Kulturangebote – „Freiberg singt“, die Sommernächte, die Silbermann- oder die Jazztage sind nur einige Beispiele. Freiberg ist eine Kulturstadt und sorgt damit für eine internationale Aufmerksamkeit, zieht Besucher an und sichert Arbeitsplätze. Oft wird Kultur mit Finanzen verbunden, aber das ist nur die eine Seite: Denn Kultur ist mehr als nur Geld, sie ist Lebensqualität und Merkmal einer lebendigen Stadt. Dass dies auch in Zukunft so sein wird, dafür können Sie mich beim Wort nehmen.