Visionen sollen wahr werden – Interview „Wochenendspiegel“

Ein Treffen mit Sven Krüger zum Interview. Der sympathische 41-Jährige ist diplomierter Betriebswirt, seit 2009 Bürgermeister für Verwaltung und Finanzen der Stadt Freiberg und er stellt sich zur Wahl für das Amt des Oberbürgermeisters der Stadt Freiberg. Sven Krüger ist Vater von drei Kindern. Er lebt mit seiner Familie in Freiberg. WochenENDSpiegel-Mitarbeiterin Constanze Lenk sprach mit Oberbürgermeisterkandidat Sven Krüger.

Am 7. Juni wird in Freiberg gewählt. Sie haben bereits eine verantwortungsvolle Aufgabe im Rathaus. Warum wollen Sie Oberbürgermeister der Stadt werden?

Ich kenne mich mit den Finanzen der Stadt, den Strukturen der Verwaltung sowie unseren Einrichtungen und Gesellschaften bestens aus. Dank meiner Ausbildung als dipl. Betriebswirt und jetzt sechsjährigen Verwaltungserfahrung, verfüge ich zudem über umfangreiche Kenntnisse und Kompetenzen. Auf dieser Grundlage möchte ich aufbauen. Das ist eine sehr gute Basis und darauf vertraue ich, um unsere Stadt Freiberg erfolgreich zu führen. Als Oberbürgermeister gibt es deutlich mehr Möglichkeiten, meine Ideen umzusetzen.

Was möchten Sie hier als Oberbürgermeister verändern?

Es geht weniger um eine Veränderung. Vielmehr möchte ich mit meinen Mitarbeitern die Trends früh erkennen und ebenso reagieren. Wir erleben beispielsweise in der Bergstadt einen Kinderboom. Das ist toll! Für die Stadt heißt das aber gleichzeitig, dass es entsprechend viele Plätze in Kitas und Schulen geben muss. Oder nehmen wir den Einzelhandel. Momentan schließen viele Geschäfte aus verschiedenen Gründen. Wir müssen die Gründe hinterfragen und gemeinsam mit dem Gewerbeverein Lösungen finden, dass unsere schöne Stadt attraktiver für Händler, Einwohner und Besucher bleibt. Ich bin überzeugt, wir müssen insbesondere die Stadt als Gesamterlebnis in den Mittelpunkt stellen. Wichtig für mich ist ebenso, dass sich die städtische Wohnungsgesellschaft wieder vollständig im Eigentum der Stadt befindet. Wohnen gehört zu den wichtigsten Dingen überhaupt und solche Gesellschaften gehören, genauso wie es bei den Stadtwerken bereits erfolgreich gelungen ist, in die Hand der Stadt Freiberg.

Wie würde demnach Freiberg im Jahr 2025 aussehen?

In zehn Jahren ist unsere Universitätsstadt lebens- und liebenswert für seine Bürger, deren Gäste und attraktiv für Investoren. Familien sind ein wichtiger Teil unserer Gesellschaft, dabei will ich unsere Senioren(Innen) nicht vergessen. Moderne, altersgerechte Wohnformen und ausreichend Fach- und Allgemeinärzte werden zur Verfügung stehen. Die positive Entwicklung unserer Wirtschaft schlägt sich in der Entstehung neuer Gewerbegebiete und Verbesserung der Verkehrsinfrastruktur nieder. Auch wenn manches davon aus heutiger Sicht fern erscheint, so brenne ich darauf, meine Visionen wahr werden zu lassen. Es liegt mir am Herzen, dass unsere traditionsreiche Stadt in Zukunft ihren erfolgreichen Namen weit über Sachsen hinaus trägt.

Sie planen gleich für die nächsten 10 Jahre. Eine Amtszeit dauert aber nur sieben Jahre.

Für die Entwicklung unserer Stadt ist es wichtig, nicht in Amtszeiten zu denken, sondern langfristig zu planen. Nur so lassen sich viele Aufgaben auch wirklich gut umsetzen und betreuen. Ich denke, zehn Jahre sind für eine Stadt ein gutes überschaubares Zeitfenster. Jetzt bin ich 41 Jahre und kann mich nach einer Amtszeit wieder zur Wahl stellen. So wird es möglich sein, dass begonnene Projekte auch bis zu Ende durchgeführt und begleitet werden.

Und auch auf Ihrer Homepage www.erfolgreich-fuer-freiberg.de haben Sie sich viel vorgenommen, was Sie als Oberbürgermeister in den nächsten 10 Jahren alles schaffen und umsetzen möchten. Ist das wirklich alles machbar?

Bei aller Euphorie: Ich bin kein Politiker, der jetzt allen alles verspricht. Denn ich kenne die finanziellen Möglichkeiten unseres Haushaltes. Vor allem braucht es ein gutes Konzept, um dauerhaft erfolgreich zu sein. Das habe ich.

Wird sich auch die Stadtverwaltung verändern?

Als moderne Verwaltung wird die Stadt Freiberg dafür sorgen, dass sich alle Bereiche als Dienstleister unseren Bürgern präsentieren. Mit den Samstagsöffnungszeiten des Bürgerbüros sind wir hier schon Vorreiter. Das Gleiche wird ab Herbst für die Bibliothek im Kornhaus gelten. Ich sehe jedoch noch großes Potenzial, die Aufgaben effizient, kostengünstig und gleichzeitig bürgerfreundlich zu erfüllen. Diesem anspruchsvollen Ziel werden wir gerecht, solange unsere Bürger möglichst viele Anliegen vor Ort erledigen können.

Der Wahlkampf ist Stress, neben Ihrer täglichen Arbeit, dazu noch die Ehrenämter. Wie bekommen Sie als Familienvater alles unter einen Hut und wer unterstützt Sie bei Ihrem großen Vorhaben?

Oberbürgermeister von Freiberg zu sein ist eine anspruchsvolle aber gleichzeitig großartige Aufgabe, aber allein nicht zu bewältigen. Ich liebe Freiberg und was man gern tut, erzeugt positiven Stress, aus dem man Kraft schöpfen kann. In unserer Stadt arbeiten kompetente und motivierte Mitarbeiter. Deshalb freue ich mich auf die Unterstützung der Mitarbeiter in der Stadtverwaltung und natürlich aller Freiberger. Schon jetzt gibt mir meine Familie absolute Rückendeckung. Dafür bin ich dankbar. Und so lange ich Zeit habe für meine dreijährige Tochter und sie mich nicht fragt: „Wer bist Du denn?“, ist alles in Ordnung.

Vielen Dank für das Gespräch.

 
Interview und Foto:
Constanze Lenk, freie Journalistin

Das Interview erschien am 13.03.2015 im Wochenendspiegel Freiberg.